Danke an die Naturfreundejugend TBW, die mit uns eine eindrucksvolle Aktion aufgestellt hat. Wir bedanken uns auch bei allen Grüne Jugend Mitgliedern aus ganz NRW, die zur Demo und zum gestrigen Themenabend angereist sind und ordentlich Stimmung gemacht haben. Ihr wart super!

 

 

Max Harders Rede bei einer der vielen Kundgebungen, die gestern in Bielefeld stattfanden:

Gegen wen demonstrieren wir heute eigentlich? Wer sind die Menschen, die sich mit der inhaftierten Holocaust-Leugnerin URSULA HAVERBECK solidarisieren? Wer sind die Rechtsextremen, die sich ihr volksverhetzendes Gedankengut zu eigen machen? Was sind das für Neonazis, die den Holocaust relativieren oder gleich ganz leugnen? Die den handfesten Antisemitismus ihrer nationalsozialistischen Weltanschauung auf Bielefelds Straßen bringen.

Werfen wir ein Blick auf die Personen, die die rechtsextreme Kundgebung angemeldet haben, aber auch auf jene, die bei der Neonazi-Demo reden werden.
In der ersten Reihe sind das die Neonazis der rechtsextremen Splitterpartei „Die Rechte“. Vorneweg der stadtbekannte Volksverhetzer SASCHA KROLZIG, der lange hier in Bielefeld sein Unwesen trieb. Inzwischen ist er zu seinen Gesinnungskameraden nach Dortmund gezogen.
KROLZIG sitzt gemeinsam mit MICHAEL BRÜCK im Bundesvorstand von „Die Rechte“. Sie stecken mutmaßlich auch hinter der Anmeldung der Demonstration hier in Bielefeld.
Zuletzt aufgefallen sind die beiden, als sie am 03. Oktober dieses Jahres bei einer Demonstration in Dortmund aus ihrem Fahrzeug heraus Gegendemonstrant*innen und Polizei mit Feuerlöschern angriffen.
SASCHA KROLZIG demonstriert seit Jahren regelmäßig mit Gleichgesinnten in Bielefeld.
KROLZIG ist so oft wegen Körperverletzung, Volksverhetzung und anderen Delikten vorbestraft worden, dass er trotz abgeschlossenen Jura-Studiums nicht zum Staatsexamen zugelassen wurde.
Zuletzt wegen Volksverhetzung verurteilt wurde er Anfang dieses Jahres, weil er den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Herford/Detmold antisemitisch beleidigt hat.

KROLZIG war auch lange in der rechten, sogenannten „Freien Kameradschaftsszene“ unterwegs. Bis zu deren Verbot war er Anführer der „Kameradschaft Hamm“ und organisierte in diesem Rahmen bereits Veranstaltungen mit HAVERBECK als Rednerin, beispielsweise einen Kameradschaftsabend im Jahr 2012.
Als im selben Jahr diverse freie Kameradschaften verboten wurden – so auch die „Kameradschaft Hamm“ und der „Nationale Widerstand Dortmund“ –, verlagerten die Neonazis ihre politische Heimat in die zeitgleich gegründete Partei „Die Rechte“.
Inzwischen ist KROLZIG zusammen mit MICHAEL BRÜCK Bundesvorsitzender.

KROLZIG taucht regelmäßig bei Konzerten der Neonazi-Szene in Ostdeutschland auf. Zuletzt in Ostritz, wo er einen Stand für sein Propganda-Blatt „NS heute“ hatte.
Zusammen mit BRÜCK dürfte KROLZIG verantwortlich für die Organisation und Durchführung der Neonazi-Demo sein.
Die neonazistische Kleinpartei „Die Rechte“ hat URSULA HAVERBECK schon lang zu ihrer Ikone gemacht. HAVERBECK ist für sie der Inbegriff der Unterdrückung durch „das System“. Ihre Anhänger gehen sogar soweit, dass sie von einer „politisch verfolgten Dissidentin“ sprechen.

Zuletzt stellte „Die Rechte“ HAVERBECK als Spitzenkandidatin für die Europawahl 2019 auf!
So viel zu den Organisatoren der Demo. Werfen wir einen kurzen Blick auf die Redner*innen. Dabei fällt sofort auf, dass wir es mit strammen Neonazis zu tun haben. Darunter einige, die bereits verurteilt wurden. Und das nicht nur wegen Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung.

Einen genaueren Blick werfen wir auf die folgenden Personen:
• THORSTEN HEISE
• NIKOLAI NERLING („Der Volkslehrer“)
• SVEN SKODA
• ARNOLD HÖFS

Zunächst ARNOLD HÖFS: Er war Vorstandsmitglied des „Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreiten des Holocaust Verfolgten“ und Schatzmeister des „Bauernhilfe e.V.“, einem Verein, der gegründet wurde, um Eigentümer des Gebäudes des „Collegium Humanum“ zu werden, die Schulungseinrichtung der Haverbecks in Vlotho. Beide Vereine wurden dann im Mai 2008 zusammen mit dem „Collegium Humanum e.V.“ vom Innenminister verboten.
HÖFS saß während einem der Haverbeck-Prozesse in Detmold als Rechtsbeistand neben der Holocaust-Leugnerin. Dabei verfügt er über keinerlei juristische Ausbildung.
Er saß außerdem 2016 selbst wegen Holocaust-Leugnung zehn Monate im Knast. Darüber hinaus nahm er 2006 an der Holocaust-Leugner-Konferenz in Teheran teil.

Dann SVEN SKODA: SVEN SKODA ist nicht nur aktiver Holocaust-Leugner, sondern auch Betreiber des „Nationalen Infotelefons Rheinland“ und Mitglied der „Kameradschaft Düsseldorf“.
Er war bereits im Mai als Redner auf der Haverbeck-Demo in Quelle dabei.
Dort fiel er insbesondere durch sein T-Shirt auf. Auf diesem war die Silhouette des Konzentrationslagers Auschwitz zu sehen mit der Unterschrift: „Auschwitz – ich hätte da mal eine Frage!“. Eine Äußerung, mit der er die Grenze zur Holocaust-Leugnung bis auf das letzte Stück ausgelotet hat.

Ebenfalls bereits im Mai gehetzt hat der sogenannte „Volkslehrer“ NIKOLAI NERLING.
NERLING hat Anfang dieses Jahres aufgrund antisemitischer und nationalistischer Aussagen seinen Job als Grundschullehrer verloren. Die zusätzliche Freizeit nutzt er nun für seine rechtsextreme Hetze.
So tauchte er zuletzt diese Woche in einer Reportage des ZDF zur aktuellen Situation des Antisemitismus in Deutschland auf. Aussagen gegenüber dem jüdischen Redakteur, lassen keinen Zweifel an seiner antisemitischen Einstellung offen.
Inzwischen macht NERLING auf seinem Youtube Kanal kein Geheimnis mehr aus seiner Verehrung für die Holocaust-Leugnerin HAVERBECK.

Wie „Die Rechte“ stellt auch NERLING HAVERBECK als „politische Gefangene“ eines „unterdrückenden Systems“ dar.
Abschließend noch einen kurzen Blick auf THORSTEN HEISE: THORSTEN HEISE ist ein deutscher militanter Neonazi, führender Aktivist der „Freien Kameradschaftsszene“ und Mitglied im Bundesvorstand der NPD. Er ist Herausgeber der Zeitschrift „Volk in Bewegung & Der Reichsbote“. Seit Februar 2017 ist er Landesvorsitzender der NPD Thüringen.
HEISE war ebenfalls lange Zeit in der inzwischen verbotenen rechtsextremen Kleinstpartei FAP.
Und auch HEISE ist bereits mehrfach vorbestraft: wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole, Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung.

Dazu kommen bei ihm auch noch schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und der Mordversuch an einem libanesischen Flüchtling, den er 1989 versuchte, mit dem Auto zu überfahren.
Da erübrigt es sich noch zu erwähnen, dass er bereits mehrfach in Haft war.
HEISE ist darüber hinaus eine Schlüsselfigur innerhalb des inzwischen in Deutschland verbotenen „Blood and Honour“-Netzwerks und von „Combat 18“, der „Kampfgruppe Adolf Hitler“.
HEISE tut sich hierzulande immer wieder durch die Organisation neonazistischer Großveranstaltungen hervor, wie dem „Schild & Schwert“-Festival anlässlich Hitlers Geburtstag am 20. April 2018 in Ostritz oder dem jährlichen Eichsfeldtag in Leinefelde.
Bei diesen Veranstaltungen übernimmt sein Sicherheitsdienst „Arische Bruderschaft“ die Organisationsstruktur.
Dies war nur ein Teil der Redner auf der rechtsextremen Demo. Die restlichen Menschen, die sich bereits im Mai mit Haverbeck solidarisiert haben, sind nicht weniger auffällig.

Angefangen bei GERD ULRICH und dessen Familie, die dem völkischen Spektrum zuzuordnen ist. Sie haben die HDJ, die „Heimtreue Deutsche Jugend“ bis zu deren Verbot geleitet. GERD ULRICH ist bei den Krawallen in Chemnitz dabei gewesen und hat dort versucht einen Wasserwerfer zu blockieren.
Dazu weitere sogenannte „Artamanen“ und andere Gruppen aus dem völkischen Spektrum bis hin zum Umfeld von „Blood and Honor“ und „Combat 18“.

Hinzu kommen etliche andere rechtsextreme Unterstützer*innen von URSULA HAVERBECK, von ihrem verstorbenen Mann WERNER GEORG HAVERBECK, der in der Reichsleitung der NSDAP mitgearbeitet hat, und von deren Schulungseinrichtung „Collegium Humanum“.
Und diese Menschen demonstrieren heute in Bielefeld. Sie versuchen uns weiszumachen, dass sie keine Neonazis seien. Dass URSULA HAVERBECK keine Holocaust-Leugnerin sei, sondern nur eine nette alte Dame mit einer vom „System“ abweichenden Meinung.

NEIN! Wir haben es mit knallharten Neonazis und Straftätern zu tun, denen wir die Straße in unserem weltoffenen Bielefeld auf keinen Fall überlassen dürfen! Denen wir nirgendwo Platz lassen dürfen!

Nie wieder Faschismus!
Kein Vergeben!
Kein Vergessen!
Faschismus und Holocaust-Leugnung sind keine Meinung, sondern ein Verbrechen!